Was ist eigentlich mit Deutschland los?

(English below)

Einladung zum w2wtal-Frühstück am nächsten Sonntag (19. Februar) ab 11:00 Uhr im Café ADA mit anschließender Diskussion über Deutschland vor den Wahlen.

Wir wissen: Die meisten unserer Freundinnen und Freunde dürfen nicht wählen. Die, die vor einem oder zwei Jahren in die Stadt gekommen sind sowieso nicht. Aber auch viele von denen, die manchmal schon vor Jahrzehnten nach Deutschland kamen, haben hier kein Wahlrecht. Warum sollten wir also über ein Wahljahr reden, wenn viele von der Wahl ausgeschlossen sind?

Weil die Wahlen und vor allem die Zeit vor den Wahlen alle betreffen die hier leben, und weil speziell nach Deutschland geflüchtete Menschen ein Hauptthema des Wahlkampfs sein werden. Wir möchten am Sonntag darüber berichten, was das bedeuten wird. Und wir wollen allen, die aus ihrer Heimat eine solche Wahl mit monatelangem Wahlkampf nicht kennen, Fragen dazu beantworten: Was wird eigentlich von wem gewählt? Kann eine Wahl das eigene Leben verändern? Wer will gewählt werden und was sind das für Menschen und Parteien? Wir möchten auch darüber sprechen, wie wir es ändern können, dass vor den Wahlen viel über Geflüchtete geredet werden wird und nicht so viel mit ihnen.

Alle, die sich dafür interessieren, sind eingeladen, am Sonntag nach dem Frühstück im ADA zu bleiben und mit uns darüber zu diskutieren, was das alles bedeutet. Vorher gibt es natürlich ein gemeinsames Frühstück wie gewohnt. Wir freuen uns auf euch.

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What is actually going on with Germany?

What is actually going on with Germany?

We want to invite you to our w2wtal-breakfast on next Sunday (February 19) at 11:00 CET in Café ADA with a discussion on Germany before the elections afterwards.

We know: Most of our friends are not allowed to vote. Those who newly came to our city in no way. But many of those who even came to Germany decades ago don‘t have the right to vote in this country. So why should we talk about a year of elections when many of you are excluded from voting?

Because this elections, and especially the time before, will affect everyone who lives here and because refugees who came to Germany will be a main topic of the election campaign. On Sunday we want to give you a report about the possible consequences. And we would like to answer your questions if you do not know such an election with an election campaign that will last for months. What actually will be elected by whom? Can an election change your own life? Who wants to be elected and who are these people and parties? Also we would like to talk about how we can change the fact, that much will be talked about refugees before the elections and not so much with them.

Everyone who is interested in this topic is invited to stay at Café ADA on Sunday after the breakfast and to discuss with us what this all means. Of course there is a common breakfast as usual. We look forward to see you.

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w2wtal neustarten

(English version)

Einige Zeit ist es um welcome2wuppertal ziemlich ruhig gewesen. Wir haben unser monatliches Frühstück im ADA fortgesetzt (jeden dritten Sonntag im Monat ab 11:00 Uhr) und auch der „Sprachkurs für alle“ findet in verringertem Umfang bis heute statt (Infos in der Sidebar). Andere Aktivitäten wurden jedoch zurückgefahren, nachdem unsere Initiative, im Rahmen des europäischen Relocation-Programms Geflüchtete nach Wuppertal zu holen vom Stadtrat abgelehnt wurde. Ursächlich dafür war nicht der uns nicht überraschende lokale Misserfolg, als vielmehr eine Vielzahl anderer Gründe, die wesentlich in einem nachholenden Lernprozess unsereseits zu finden sind. Hinzu kam eine ganz normale Entwicklung einer Gruppe, deren Aktive in größerer Zahl ein neues Leben in unserer Stadt begonnen haben. Viele unserer Freunde und Freundinnen sind inzwischen unsere Nachbarn oder unsere Kolleginnen.

Wer das sehen möchte, kann das durchaus als gesellschaftlichen Erfolg werten. Leider steht anderthalb Jahre nach dem „Sommer der Migration“ eine völlig andere Wahrnehmung im medialen und politischen Fokus – getrieben von phantasmagorischen Erzählungen des Scheiterns und der Überforderung, die zu sehr besorgniserregenden politischen Entwicklungen geführt haben. Als wir zum Befreiungstag im April 2016 über den Jahrestag der schändlichen Konferenz von Evian sprachen, bei der vor Nazi-Deutschland fliehenden jüdischen Menschen global eine Rettung verweigert wurde, war das schon zu erahnen; dass am Ende des Jahres über 5.000 an Europas Grenzen gestorbene Menschen eher schulterzuckend bilanziert worden sind, hat uns dennoch geschockt.

Der Umgang mit nach Deutschland flüchtenden Menschen ist inzwischen fast wieder auf einem Niveau angelangt, das an schlimme Zeiten vor zwanzig Jahren erinnert. Leider müssen wir konstatieren, dass es in vielen Teilen Europas und der Welt allerdings noch finsterer aussieht. Für diese Feststellung bedurfte es keines Donald Trump mehr. Ein Großteil der Welt scheint sich darauf geeinigt zu haben, Migration ausschließlich als Problem der Zufluchtsorte anzusehen, für das tödliche Meere oder Mauern eine gute Lösung sind. Vor diesem Hintergrund erstaunt es fast, dass die deutsche Gesellschaft eher stabil erscheint.

Zwar werden das massenhafte Sterben im Mittelmeer und die unerträglichen Bedingungen in griechischen oder serbischen Refugeecamps so gut es geht ausgeblendet, doch noch immer befürwortet laut letzter „Mittestudie“ eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung die Aufnahme von flüchtenden Menschen und laut neuester Umfage lehnen über 80% der Befragten den US-Einreisestop für Menschen aus sieben muslimischen Staaten ab. Im öffentlichen Diskurs schlägt sich das jedoch kaum nieder. Dieser widmet sich mit Hingabe fast ausschließlich jenem Fünftel der Bevölkerung, das „rechtspopulistisch“ ansprechbar ist und in Wahrheit schon immer rassistische Einstellungen pflegte. Das haben alle so genannten „Heitmeyer-Studien“ der letzten Jahre belegt.

Und es ist zu befürchten, dass diese Diskursverschiebung – hin zu rassistischen Einstellungen und restriktiver Gesetzgebung in diesem Jahr noch weiter gepusht werden wird. Die Diskussionen zum massenhaften Racial Profiling der Kölner Polizei in der Silvesternacht waren dafür ein kleiner Vorgeschmack. Die bevorstehenden Wahlen in NRW und Deutschland und die Wahlen in Frankreich und den Niederlanden drohen, die Hysterie gesellschaftlicher Diskussionen weiter zu steigern und eine zynische, unmenschliche Besänftigungspolitik mit mehr und mehr Abschiebungen, ausgedehnter Abschiebehaft und immer alltäglicherem Racial Profiling wird in der Folge weiter zunehmen.

Unsere Aufgabe ist es zusammen dagegen zu halten.

w2wtal will deshalb am Beginn eines wichtigen Jahres einen Neustart versuchen. Als Initiative aus Wuppertal, einer Stadt, die von Xenophoben und Nazis bundesweit gerne als negatives Abziehbild ihrer wahnhaften Vorstellungen mißbraucht wird, sehen wir uns in einer besonderen Verantwortung unser Leben in der „Greyzone“ zu verteidigen. Zusammen mit unseren FreundInnen müssen wir andere Bilder und Erzählungen in den Diskurs einzuspeisen. Ebenso notwendig ist es, kürzlich nach Europa gekommenen Menschen auf die Auswirkungen eines hysterischen Wahlkampfs vorzubereiten. Nicht zuletzt wird es auch darum gehen, gemeinsam schützende Strukturen aufzubauen.

Um diese Herausforderung anzugehen, braucht w2wtal neue MitstreiterInnen – schon lange hier wohnende Menschen und Neu-WuppertalerInnen – die sich für politische Entwicklungen interessieren und die sich vorstellen können, gemeinsam Strategien zur Verteidigung unseres Zusammenlebens zu entwickeln. Wir haben verabredet, uns in Zukunft wieder ein zweites Mal monatlich zu treffen, um uns kennenzulernen und über politische Entwicklungen auszutauschen. Erstmals treffen wir uns diesen Samstag (4. Februar) um 20 Uhr im ADA, Wiesenstraße 6 in Wuppertal-Elberfeld.

Ihr seid herzlich eingeladen vorbeizukommen und mitzumachen.

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  • no person is illegal

  • refugeeswelcomepad


    refugeeswelcomepad


    refugeeswelcomepad


  • all refugees welcome to wuppertal!

    .
    welcome2wuppertal (w2wtal) ist eine Initiative von Menschen die schon lange in der Stadt leben und neu Zugezogenen. Gemeinsam wollen wir selbstorganiserte und konkret solidarische Strukturen schaffen, die allen hier Lebenden eine Partizipation und das Recht über unser Leben mitzubestimmen ermöglichen. Beteiligt euch, kommt vorbei, macht mit! Wenn ihr Fragen habt, schreibt uns einfach eine E-Mail (nutzt bei sensiblen Inhalten das verschlüsselte Formular), und wenn ihr über w2wtal-Treffen informiert werden möchtet, nutzt einen unserer Kanäle bei Facebook, Twitter oder telegram.

    ***

    welcome2wuppertal (w2wtal) is an initiative of people who live here for a longer time and newcomers to our city. Together we want to build up self-organized and real soldary structures, which enable all people to participate and decide about our living. Get involved, come along and join us! If you have any questions, please contact us via E-Mail (use our encrypted formmailer for sensitive content), if you want to get informed about our next meetings, please inform yourself via our channels at Facebook, Twitter or telegram.

    Communicate with us:


  • Self-Empowerment

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    Wir möchten zu uns geflüchtete Menschen bei ihrer Selbstermächtigung zu unterstützen. Als von einer einseitigen Gesetzgebung und einer oft rassistischen Praxis Betroffene, müssen neu Zugezogene zu eigenen politischen Akteuren im neuen Lebensumfeld werden. w2wtal möchte dabei helfen, die Bedingungen für ein eigenes politisches Handeln als eigenständige Akteure in der Stadtgesellschaft zu verbessern.

    ***

    We try to support a self-empowerment of people who came to us. Being affected by a one-sided legislation and an often racist practice, newcomers have to become political participants on their own in a new social environment. w2wtal wants to help to improve the conditions for a political participation as independent actors of our city‘s society.


  • w2wtal-Frühstück/w2wtal-Brunch

    .
    An jedem dritten Sonntag eines Monats: Gemeinsames Frühstück ab 11:00 Uhr für und mit Refugees im Café ADA, Wiesenstr.6, Wuppertal-Elberfeld (Busse 645, 635, 628 bis «Schleswiger Str.»)

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    Each month's third Sunday: Open brunch at 11 a.m. with refugees for refugees at Café ADA, Wiesenstr. 6, Wuppertal-Elberfeld (Busses 645, 635, 628 to "Schleswiger Str.")

    • Wo finde ich das Café ADA? > Karte
    • Where do I find Café ADA?> Map

  • Deutschkurs/German Course

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    Seit Mitte 2015 haben wir nach Wuppertal gezogenen Menschen geholfen, einen eigenen Deutschkurs zu organisieren und zu besuchen. Im Fokus stand dabei immer die Idee, Sprachunterricht für alle anzubieten – unabhängig vom Status und unabhängig davon, ob sie sich offiziell oder inoffiziell in unserer Stadt aufhalten. Das halten wir immer noch für eine wichtige Aufgabe. Zur Zeit gibt es nur einen Kurs am Donnerstag um 16:30 Uhr im Café ADA (Wiesenstraße 6, Wuppertal-Elberfeld). Weil dieser Kurs nicht jede Woche stattfinden kann, solltet ihr der telegram-Gruppe des Deutschkurses beitreten. Es gibt auch jemanden, der sich um Kinder kümmert, wenn das nötig ist.

    Derzeit versuchen wir Fortsetzung zu realisieren. Bitte achtet auf aktuelle Informationen dazu.

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    Since 2015 we support newcomers to Wuppertal in organizing and visiting a Deutsch-course. Main goal was the idea to offer a language-course for all people, without looking for their status and without paying attention to whether someone is living in our town officially or not. We still find this very important. For now there is just one course on Thursdays at 16:30 CET at Café ADA (Wiesenstraße 6 in Wuppertal-Elberfeld). Because it doesn‘t run each week, you should join the telegram-group of the course. There is also someone who cares for your child if neccessary.

    Actually we try to organize a renewal of this service. Please watch out further informations on this topic.